Mohn - wunderschönes Yin-Tonikum

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Eine wahre Schönheit, die Mohnblume. Leider finden sie auch die Schnecken ganz wundervoll. Und so ist es mir bis dato nicht gelungen, ihren Anblick im Garten längere Zeit zu genießen. Ein sehr flüchtiger Genuss also. Auch in freier Wildbahn sind die prachtvollen Blüten ja auch nur von kurzer Dauer. Von einem Dasein in der Blumenvase erst gar nicht zu reden…

Daher halte ich mich mittlerweile lieber an den kulinarischen Genuss des Mohns.

Die TCM schätzt die Mohnsamen aufgrund ihrer stärk Yin- und Blut-stärkenden Wirkung. Mohn liefert außerdem überdurchschnittlich viel Calcium und ist daher eine gute Osteoporose-Prophylaxe. Auch Magnesium, Eisen, Zink und mehrere B-Vitamine sind reichlich enthalten.

In der 5 Elemente Ernährung empfiehlt man Mohn gerne bei Wechsel-Beschwerden, bei erschöpfungsbedingten Schlafstörungen, bei starken Trockenheitssymptomen und zur allgemeinen Yin-Stärkung. Die hochwertige Linolsäure wirkt zudem auch cholesterinsenkend.

Vorsicht ist geboten, wenn man eine empfindliche Galle hat. Die enthaltenen Öle und Fettsäuren sind zwar extrem hochwertig, können bei übermäßigem Mohn-Verzehr aber zu konzentriert sein und zu Schmerzen, Sodbrennen und leichter Übelkeit führen.

Als berauschendes Suchtmittel taugt der in unseren Breiten als Nahrungsmittel angebotene sogenannte Schlaf-Mohn übrigens nicht mehr, dafür wurden ursprünglich enthaltene opioide Wirkstoffe weitgehend herausgezüchtet.

Regelmäßig Fisch!!!

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Regelmäßig Fisch zu essen macht Sinn und es macht Spaß, ihn zuzubereiten!

In der TCM werden Fische, wie alle Nahrungsmittel aus dem Wasser (dazu zählen auch Meeresfrüchte und Algen) dem Wasser-Element zugeordnet. Das bedeutet, dass sie besonders gut unsere Niere tonisieren und damit unsere Substanz stärken.

Gerade für Kinder im Wachstum, aber auch für ältere Menschen oder nach besonderer Anstrengung bzw. auszehrenden Ereignissen, bei einem schwachen Nervenkostüm oder bei anhaltenden Schlafstörungen ist die substanzstärkende Wirkung von Fischen besonders hilfreich.

Fische sind aufgrund ihres hohen Protein- und ihres geringen Fettanteils besonders empfehlenswert. Sie enthalten viele hochwertige Omega-3-Fettsäuren und zahlreiche Vitamine und Mikronährstoffe, wie Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen.

Ich habe mich früher gescheut, Fische selbst zuzubereiten und habe sie ausschließlich im Restaurant gegessen. Seit ich mich mit der 5 Elemente Küche beschäftige, bereite ich sie aber sehr gerne und oft selbst zu, da es extrem unkompliziert und schnell funktioniert und praktisch immer gelingt.

Ich liebe es, Fisch im Ganzen im Rohr zu braten. Da bleiben sie so schön saftig und zart. Aber auch die schnellen Filets aus dem Rohr schmecken der ganzen Familie. Im Sommer lege ich die ganzen Fische gerne auf den Grill. Spannt man ihn dafür in ein Grilligitter, bleibt er auch nicht so leicht am Rost kleben.

Frische Kräuter und Zitronen, ein wenig Salz und etwas Pfeffer - mehr braucht man meist nicht für ein schnelles, einfaches, gesundes und bekömmliches Gericht.

Kaffee - aus Sicht der TCM

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Wie du wahrscheinlich schon vermutest – oder befürchtest – ist Kaffee nicht das 1er-Getränk der 5 Elemente-Lehre.

Sein bitterer Geschmack ordnet Kaffee dem Feuer-Element zu. Das erklärt unter anderem, warum er unser Herz und unser Gemüt so sehr erfreuen kann.

Mich macht ja schon der Geruch von frisch gemahlenem Kaffee glücklich (vielleicht liebe ich deshalb Rom so sehr?! ;))

Kaffee wirkt also zum einen speziell auf das Herz und den Dünndarm – die beiden Feuer-Organe.

Durch seinen bitteren Geschmack hat Kaffee eine stark absenkende Wirkung. Er beeinflusst also auch sämtliche Organe, die eine absenkende Energiebewegung haben, wie den Dickdarm, die Gallenblase, den Magen und die Lunge. Aus diesem Grund wird Kaffee auch sehr gerne und effizient als Verdauungshilfe eingesetzt.

Seine stark trocknende Wirkung und die Tatsache, dass Koffein Eisen im Verdauungstrakt bindet und zu einer vermehrten Eisen-Ausscheidung führt, machen Kaffee für viele Menschen weniger bekömmlich. Vor allem bei Blut- und Eisen-Mangel ist er sogar stark kontraindiziert.

Kaffee ist thermisch kühlend. Das macht ihn wiederum für unterkühlte Konstitutionen weniger ideal. Dadurch und aufgrund seiner stark ausleitenden Tendenz schwächt er unsere Substanz (unser Nieren Qi).

Befinden wir uns energetisch gerade in einer Qi-schwachen Phase (nach einer zehrenden Krankheit, nach Entbindungen oder Stillzeiten, nach einem Schockerlebnis, durch sehr fordernde bzw. überfordernde Lebensabschnitte, während des Wechsels...) kann Kaffee uns sehr schnell zu stark auszehren.

(Eine ausgeprägte Nieren Qi-Schwäche erkennst du übrigens besonders leicht an dunklen Ringen unter den Augen.)

Kaffee hat zusätzlich auch eine saure Komponente. Er wirkt sich daher auch negativ auf den Säure-Basen-Haushalt aus. Bei Übersäuerung, Sodbrennen und Reflux sollte er daher ebenfalls gemieden oder zumindest stark reduziert werden.

Um mein Blut und meine Nieren-Energie zu schonen, habe ich schon vor langem meinen Kaffeekonsum stark eingeschränkt und trinke nur noch eine Tasse am Tag. Diese allerdings mit großer Freude und mit Genuss!

Die Organuhr

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Der ganzheitliche Ansatz der TCM besagt, dass unser Körper am besten in rhythmischer Symbiose mit seiner Umwelt funktioniert. Auch unsere Organe sind an einen natürlichen Rhythmus gekoppelt. 

Sind unser innerer und äußerer Energiestatus ausgeglichen – sind also Yin und Yang und die 5 Elemente im Gleichgewicht – steigert das unser Wohlbefinden. Wir fühlen uns energetisch, kraftvoll und emotional ausgeglichen. 

Ignorieren wir diesen natürlichen Rhythmus über einen längeren Zeitraum, indem wir Nächte durcharbeiten oder durchfeiern oder wir uns aus beruflichen Gründen laufend in unterschiedlichen Klima- und Zeitzonen bewegen, oder wenn wir uns trotz äußerer Kälte und Nässe zu viel kaltes Bier, Eiscreme oder andere stark kühlende und befeuchtende Lebensmittel einverleiben, können daraus schwerwiegende Probleme entstehen. Schon nach kurzer Zeit, werden wir uns schlapp und „unrund“ fühlen. 

Die Organuhr kann uns bei einem ausgeglichenen Lebensstil eine gute Hilfestellung geben. Sie zeigt auf, welche Organe zu welcher Tages- oder Nachtzeit gerade besonders aktiv sind und welche gerade ihre schwachen Phasen haben. Jedes Organ hat innerhalb von 24 Stunden genau zwei Stunden an denen es besonders aktiv ist, und in der Folge in dieser Zeit seine Aufgaben am besten erfüllen kann. 12 Stunden zeitversetzt ist das jeweilige Organ dann in seiner Minus-Phase (d.h. am schwächsten).

Für unser Morgen-Thema sind nun Magen und Milz besonders relevant, denn zwischen 7:00 und 11:00 Uhr am Vormittag haben diese beiden Organe ihre Hochphase. Das erklärt nun wiederum, warum in der TCM das Frühstück einen so hohen Stellenwert hat. 

12 Stunden zeitversetzt sind Magen und Milz am schwächsten. Das bedeutet, dass ab 19:00 Uhr, der Stoffwechsel sich erheblich schwerer tut. Wenn man es sich irgendwie einteilen kann, sollte das Abendessen daher vor 19 Uhr sattfinden. 

Wildkräuter - wertvolle Bitterstoffe

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Bitterstoffe erfüllen eine sehr wichtige Funktion. Sie unterstützen unseren Körper beim Ausleiten und Entgiften. Bittere Kräuter helfen beim Absenken - sie sind also verdauungsanregend und lösen Stagnationen im Körper, sie unterstützen beim Ausleiten von Feuchtigkeit und Hitze und sind somit auch antientzündlich.

Gerade Leber und Gallenblase, die beiden Holz-Organe, die im Frühling besonders gefordert sind, werden optimal unterstützt, da u.a. die Gallensekretion angeregt wird.

Momentan sammle ich gerne die frischen Blüten, Knospen und/oder Blätter von: 

Brennnessel, Löwenzahn, Spitzwegerich, Schafgarbe, Schlüsselblume und Gänseblümchen.

Brennnessel („Meisterin der Essenz“)

Die Brennnessel schmeckt leicht bitter und auch süßlich. Außerdem schreibt ihr die TCM den salzigen Geschmack zu. Thermisch ist sie leicht kühlend.

• Stoffwechsel-anregend

• stärkt Qi und Blut

• stärkt die Essenz / Nieren Yin

• leitet Feuchtigkeit aus (v.a. aus dem Unterleib)

Löwenzahn („Meister der Gewebeentgiftung“)

Sein bitter-süßer Geschmack regt ganz besonders Leber und Gallenblase, aber auch den Magen-Darm-Trakt an. Löwenzahn wirkt zudem leicht kühlend und unterstützt den Körper beim Ausleiten von Hitze Toxinen. Er kann bei Leber- und Gallenblasen-bedingten Kopfschmerzen und Migräne sehr hilfreich sein und wirkt auch positiv bei Verstopfung sowie bei Wassereinlagerungen im Gewebe.

• Stoffwechsel-aktivierend; große Reinigungskraft im Gewebe

  • Entwässernd > Erleichterung bei Ödemen

• Erleichterung bei fiebrigen Erkrankungen

  • lindert Migräne und Kopfschmerz (bei aufsteigendem Leber Yang und Leber Feuer)

Spitzwegerich („Meister der Lunge)

Der Spitzwegerich ist der perfekte Helfer bei Husten und hartnäckigen Erkältungen. Er ist reich an Vitamin C und unterstützt daher generell das Immunsystem. 

  • antibakteriell

  • schleimlösend und Hustenreiz lindernd

  • stärkt das Lungen Yin

  • kuriert Entzündungen der Mundschleimhaut

  • hilft bei Neigung zu Candida

  • unterstützt die Wundheilung und lindert Insektenstiche (zerdrückte Blätter auflegen)

Schafgarbe

Die Schafgarbe ist bitter kalt und auch ein wenig scharf. Sie ist ideal bei Leber-Qi-Stagnation und leitet ebenfalls gut feuchte Hitze aus. Sie wirkt besonders auf den Uterus. Sie gilt in vielen Kulturen als heilige Pflanze. Ihre Stiele wurden im alten China als Orakel verwendet (zum I-Ging geworfen).

• Stoffwechsel-anregend

• Feuchte Hitze ausleitend

• bei emotionalem Ungleichgewicht

  • krampflösend

  • bei Menstruationsstörungen, PMS, Regelschmerzen und Hitzewallungen

  • lindert Migräne und leitet Hitze aus der Gallenblase

Schlüsselblume

Die Schlüsselblume wirkt besonders schleim- und krampflösend. Sie stärkt insbesondere das Herz-Qi und leitet feuchte Hitze aus dem Kopfbereich aus. Als einer der ersten Frühlingsblüher bringt sie Lebensfreude - sie „schließt das Herz auf“.

  • als Hustentee (v.a. bei festsitzendem Schleim)

  • bei Verschleimung der Nebenhöhlen

  • bei Kopfschmerzen und Migräne

  • Stoffwechsel-anregend

  • unterstützt die Aufnahme von Magnesium 

  • wirkt beruhigend und SChlaf-fördernd

ACHTUNG: die Schlüsselblume steht unter Naturschutz - daher bitte rücksichtsvoll pflücken, nie mit der Wurzel ausreißen bzw. selbst im Garten vermehren!

Gänseblümchen

Gänseblümchen sind nicht nur wunderhübsch, sie enthalten neben den wertvollen Bitterstoffe auch viel Vitamin C. 

• schleimlösend

• Stoffwechsel-aktivierend

• festigen das Bindegewebe

Brot aus Sicht der TCM

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Brot ist ja in der 5 Elemente Küche nicht die Empfehlung erster Wahl, da es relativ schwer verdaulich ist und zu vermehrter Nässebildung im Körper beiträgt. Wer also zu Schleimerkrankungen, wie Bronchitis, Sinusitis, Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen oder auch zu weichem Stuhl neigt, sollte seinen Brotkonsum ein wenig reduzieren.

Vor allem die schweren, nassen Vollkornbrote mit ganzen Körnern aus dem Supermarkt können vielfach zu echten Verdauungsproblemen führen.

Nachdem Brot und Gebäck in unserer Esskultur aber so fest verankert ist, möchte ich das Lebensmittel heute aus Sicht der TCM beleuchten.

Es macht aus Sicht der 5 Elemente Lehre einen riesengroßen Unterschied, wie hochwertig das Brot ist und wie es zubereitet wurde. 

Teiglinge, die auf Basis von fertigen Backmischungen und mit haufenweise Backenzymen für eine noch raschere Reifung gefertigt werden, sind bestenfalls für massive Blähungen zu gebrauchen, aber bestimmt nicht für eine anständige Sättigung mit umfassender Versorgung an guten Nährstoffen.

Es ist außerdem die Mischung aus Hefe und Weizen eine schwierige Kombination, die von vielen Menschen nicht sehr gut vertragen wird.

Sauerteigbroten, denen für ihre Reifung viele Stunden oder sogar mehrere Tage gegönnt werden, sind hingegen wesentlich besser verträglich und können dem Körper somit viel mehr gute Inhaltstoffe liefern.

Wenn man das Brot vor dem Verzehr auch noch toastet und somit einiges von der im Brot vorhandenen Nässe eliminiert, wird es gleich nochmal bekömmlicher.

Mein Brotkonsum hat sich seit meiner Umstellung auf die 5 Elemente Ernährung extrem reduziert. Wahrscheinlich esse ich nicht einmal mehr ein Fünftel dessen, was ich früher an Brot und Weckerl vertilgt habe. Ich liebe ein gut gemachtes Brot zwar nach wie vor, esse es aber nicht mehr mehrmals täglich bzw. esse oft tagelang gar kein Brot.

Natürlich ist Brot wahnsinnig praktisch, da es eigentlich immer zur Hand und an jeder Ecke erhältlich ist. Mit ein wenig vorausschauender Planung ist es aber auch ganz einfach, ersatzweise immer eine Portion gekochtes Getreide, Reis, Quinoa oder Linsen parat zu haben oder in wenigen Minuten Cous Cous oder Dinkel-Bulgur mit heißem Wasser aufquellen zu lassen, um eine sättigende Kohlehydrat-Ergänzung zu haben.

Da ich den Geruch von frisch gebackenem Brot extrem gernhabe und keinesfalls (aus Mangel an Alternativen – z.B. an unserem Zweitwohnsitz in Oberösterreich) auf Supermarkt-Brote zurückgreifen möchte, backe ich regelmäßig einen Laib Roggen-Sauerteig-Brotselbst. Das selbst gebackene Brot hat auch den Vorteil, dass es sich bis zu 10 Tage (und sogar länger) wunderbar hält ohne zu verschimmeln oder steinhart zu werden! 

Den Sauerteig habe ich vor langer Zeit von einer Freundin bekommen und hege und pflege ihn seither. Wenn man, so wie ich, etwa alle 2 Wochen einmal damit bäckt, hält er sich im Kühlschrank ganz problemlos. Bäckt man aber mal längere Zeit nicht, muss man ihn zwischenzeitlich immer wieder „füttern“, was so viel bedeutet, wie, dass man dem Sauerteig etwas Wasser und Roggenmehl unterrührt und ihn dann wieder in den Kühlschrank stellt. Die Bakterien vermehren sich sonst zu stark und der Sauerteig kippt.

Stimmungsaufhellende Brennnessel

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Herausfordernd und aufregend haben wirs gerade. Die Covid-19-Krise stellt wohl gerade unser aller Leben ganz ordentlich auf den Kopf. Ich versuche trotz aller bedrückenden Informationen aus aller Welt Tag für Tag die positiven und schönen Aspekte dieser Situation zu nutzen und zu genießen.

Und ich möchte diese Freuden mit euch teilen, und euch hoffentlich so manche Inspiration liefern!

Mein heutiges Highlight war ein Spaziergang mit meinen beiden Buben, bei dem wir ein ganzes Säckchen wunderschöner, knackfrischer Brennnesseln gesammelt haben. Besonders glücklich hat es mich gemacht, dass beide Jungs die quietschgrüne Suppe aus den frischen Kräutern gekostet und überrascht als recht gut befunden haben :))

Aus TCM Sicht ist die Brennnessel ein ziemlicher Alleskönner, da sie sowohl ausleitend (Diurese anregend) und entgiftend, als auch bewahrend (adstringierend / zusammenziehend) wirken kann. Sie ist daher ein kleines Wunder-Tonikum bei allgemeiner Schwäche.

Blutreinigung und -Stärkung sind die bekanntesten Benefits der Brennnessel. Nebenbei entgiften sie unseren Körper, indem sie die Leber unterstützt. Neben Leber und Gallenblase werden der Magen, die Blase und der Darmtrakt von der Brennnessel unterstützt. 

Die grünen Bremsler können aber auch Harnsäure ausleiten, was bei Gicht- und Rheumaleiden sehr hilfreich ist.

Auch die Samen der Brennnessel sind äußerst potent. Nicht umsonst galten sie bereits in der Antike als Aphrodisiakum. Die Samenrispen können im Herbst mit Handschuhen ganz einfach gepflückt werden. In einer trockenen Pfanne leicht geröstet schmecken sie herrlich auf einem Butterbrot oder über gedünstetem Gemüse.

Die Wurzel der Brennnessel wird gerne als Tee verabreicht. Sie wirkt entzündungshemmend und stärkt somit das Immunsystem.

Neben Eisen enthält die Brennnessel auch viel Kieselsäure, Kalium, Silicium, Natrium und auch Serotonin (> das Hormon für die gute Stimmung! :))

Aber auch - und hier Achtung bei Allergieneigung: Histamin

Einsatzgebiete:

  • Eisen- und Blut-Mangel

  • Unterleibsproblemen, wie beispielsweise Harnwegsinfekten, Prostataleiden oder Menstruationsstörungen

  • zur Unterstützung der Leber beim Frühjahrs-Detox

  • stoffwechselanregend, blutreinigend

2020 – ein Ratte-Metall-Jahr

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Am 25. Jänner, startete nach dem chinesischen Kalender das neue Jahr – ein Ratte-Metall-Yang-Jahr. Die Ratte ist das erste der 12 chinesischen Tierkreiszeichen. 2020 bedeutet daher in jeglicher Hinsicht einen Neuanfang

Der chinesische Neujahrsbeginn richtet sich nach dem Mondkalender und erfolgt jeweils zum zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende.

In der chinesischen Astrologie steht jedes Jahr abwechselnd im Zeichen von Yin oderYang, zudem wird ihm jeweils ein Element (Feuer, Erde, Metall, Wasser oder Holz) und eines der 12 Tierkreiszeichen zugeordnet.

Im Zeichen der Ratte sind also all jene geboren, die heuer (am bzw. nach dem 25. Jänner) geboren werden, oder beispielsweise 2008, 1996, 1984, 1972... geboren wurden. 

Ratte-Geborene gelten gemeinhin als besonders fleißig, ehrgeizig und geschäftstüchtig. Sie hat einen scharfen Verstand und starken Willen, kann aber auch sehr eifersüchtig und besitzergreifend sein. 

Ratten sind sehr widerstandsfähig und immunstark. Für 2020 bedeutet das, dass es ein wichtiges Jahr für die Immunabwehr ist. Vor allem, weil auch das Metall-Element, über die zugeordneten Organe Lunge und Dickdarm, in engem Zusammenhang mit dem Immunsystem steht.

 

Der TCM-Arzt und Tibetologe Florian Ploberger empfiehlt im Metall-Ratten-Yang-Jahr folgende Kräuter-Mischung regelmäßig als Tee zuzubereiten:

4,5 g Pfefferminze

4,5 g Schafgabe

4,5 g Frauenmantel

3 g Unreife Mandarinenschalen

1,5 g Löwenzahnwurzel

1,5 g Eukalyptus 

1,5 g Chrysanthemenblüte

3 g Angelikawurzel

3 g Rosenblüten

 

 Geduld ist 2020 laut Ploberger die wichtigste zu praktizierende Tugend, Zorn und Aggression gilt es zu kontrollieren.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein stressfreies, erfolgreiches und gesundes Jahr! 

 

 

Grüner Kraftprotz

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Wirsing, oder Kohl, wie er in Österreich meist einfach genannt wird, ist definitiv besser, als sein Ruf. Ich muss gestehen, ich hatte ihn bis vor einigen Jahren gar nicht am Speiseplan. Zu intensiv der Geruch beim Kochen, zu blähend und überhaupt zu langweilig war er mir.

Wie bei so vielen Nahrungsmitteln, habe ich mich auch dem Kohl über die theoretische Seite – sprich, das Erfahren seiner therapeutischen Kraft – angenähert. Zum Glück – denn mittlerweile liebe ihr Kohl und bereite ihn regelmäßig in verschiedenen Varianten zu. Besonders gern mag ich ihn als Suppe. Dazu findest du ein feines Rezept auf meinem Blog.  

Laut der Lehre der TCM stärkt Kohl das Jing, also unsere Substanz. Er ist thermisch neutral und wird dem Erd-Element zugeordnet. Das bedeutet, dass er in jedem Fall unsere Mitte (Milz und Magen) stärkt und unseren Stoffwechsel unterstützt. Er fördert auch die Darmpassage und hilft dem Körper bei der Ausleitung von Toxinen.

Alle Kohlarten haben etwas Aufbauendes. Sie tonisieren das Niere Yin, stärken das Blut und helfen dabei, leere Hitze zu klären. Aus diesem Grund wird Kohl gerne bei Wechsel-Symptomen oder allgemeiner Substanzschwächung empfohlen. 

Er enthält viel Vitamin C und ist daher im Winter ein idealer Ersatz für die viel zu kalten Südfrüchte! Die enthaltenen Senföle wirken außerdem antibakteriell, was aktuell ganz brauchbar ist.

 

Achtung Zucker!

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Tag 5 meines kleinen Neujahrs-Detox-Programms - mit durchaus positivem Fazit.

Ich bin ja grundsätzlich nicht so die große Meisterin des Verzichts, aber meine zuckerlosen und alkoholfreien Tage fallen mir bisher überraschend leicht.

Zucker wirkt laut der Lehre der TCM stark befeuchtend und erzeugt Schleim. Wenn man also zu Schleimerkrankungen, wie Bronchitis, Sinusitis, Stirn- oder Nebenhöhlen-Entzünunden neigt, sollte man generell sparsam mit Zucker sein.

Übermäßiger Konsum von Zucker kann sich auch negativ auf den Hormonhaushalt auswirken, da sich eine stetige Überproduktion von Insulin auch auf den Cortisol-, Progesteron- und Östrogen-Spiegel auswirken kann.

Ständige Süßgelüste lassen aus Sicht der TCM auf einen Mangel im Erd-Element, also eine Schwäche der Milz, rückschließen. Warme Getreide-Porridges am Morgen und pürierte Gemüsesuppen oder Wurzelgemüse aus dem Backofen am Abend sind eine wirkungsvolle Therapie und helfen bei regelmäßigem Verzehr schon rasch über Heißhunger-Attacken auf Süßes hinweg.

Wie bei allen Genussmitteln, sollte aber auch Zucker nicht gänzlich verdammt werden. Ich handhabe meinen Zuckerkonsum stets entsprechend dem Motto "die Menge macht das Gift" und genieße durchaus regelmäßig kleine selbstgemachte Köstlichkeiten oder auch mal 1-2 Rippen hochwertige (meist dunkle) Schokolade.

Kraftbrühe - eher Medizin als Suppe

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Kraftsuppen sind in der TCM ein beliebtes Mittel zur allgemeinen Stärkung.
Egal ob ich eine rein vegetarische Form wähle oder Fleisch und Knochen auskoche, ein wichtiges Element dieser Kraftbrühen ist die lange Kochzeit. 
Durch das lange Sieden werden diese Suppen so besonders bekömmlich und kraftspendend.
 
Im Grund ist eine Kraftbrühe eher Medizin, als Suppe. Sie stärkt Qi, Blut und Substanz gleichermaßen und verbessert unsere Abwehrkraft. In der Grippezeit ist eine Tasse Kraftsuppe als Tonikum mittlerweile zu unserem morgentlichen Familien-Ritual geworden. Und das mit großem Erfolg!
 
Die Zubereitung einer stärkenden Kraftsuppe benötigt zwar einige Stunden, der Aufwand ist aber wirklich gering. Es muss nichts geschält oder klein geschnitten werden. Daher dauert das Aufsetzen einer Kraftbrühe gerade mal 10 Minuten. Der Rest erledigt sich von selbst.
 
Man kann die Suppe auch sehr gut auf Vorrat zubereiten. Wenn man sie ganz heiß in saubere Schraubgläser füllt, kann man sie mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren und portionsweise aufwärmen.
 
Verstärken kann ich die energetisierende Wirkung meiner Kraftbrühe durch die Zugabe chinesischer Kräuter, wie:

  • Hunag Qi

  • Dang Gui

  • Goji Beeren

  • Chinesische rote Datteln

  • Lotus Nüsse

Samen & Saaten - klein aber oho!!!

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Im Winter, in der Zeit des WASSER-ELEMENTS, sind unsere beiden Wasser-Organe, NIERE und BLASE, besonders empfänglich für Unterstützung und zugleich besonders bedürftig!

Samen, Kerne, Saaten und Nüsse sind hierfür bestens geeignet.

Diese kleinteiligen Nahrungsmittel liefern allesamt hochwertige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wichtige Mineralstoffe, zahlreiche Vitamine und stärken aus Sicht der TCM insbesondere Nieren Yin und Nieren Jing (wichtige Körpersäfte und Substanz) und wirken sich positiv auf unseren Stoffwechsel und unseren Energiehaushalt aus.

Doch Vorsicht – da die kleinen Samen so nährend sind, darf man es nicht mit der Menge übertreiben. Sie können sonst schnell zu befeuchtend wirken und uns erst recht träge machen.

Hier ein kleiner Überblick über die Schwerpunkte der einzelnen „Minis“:

  • Sesam

    • besonders reich an Kalzium und Selen

    • Hauptwirkung auf Niere und Leber

    • zur Stärkung von Knochen, Nerven und Gehirn; gut bei erhöhtem Cholesterinspiegel

    • noch potenter, als der herkömmliche, weiße Sesam wirkt schwarzer Sesam

  • Leinsamen

    • Hauptwirkung auf Magen und Darm

    • sehr wirksam bei Gastritis und Entzündungen im Darm; hilfreich bei Verstopfungsneigung

  • Chia-Samen

    • Hauptwirkung auf Magen und Darm

    • werden aufgrund ihres besonders hohen Proteingehalts geschätzt

  • Flohsamen

    • Hauptwirkung auf den Darm

    • verdauungsregulierend > sowohl bei Verstopfung, als auch bei Durchfall!

  • Hanfsamen

    • Hauptwirkung auf Milz, Magen und Dickdarm

    • enthalten sämtliche Aminosäuren und sind besonders proteinreich

    • bei Verstopfung sehr hilfreich und stärkt das Haar bei Trockenheit bzw. bei Haarausfall

  • Mohn

    • besonders reich an Kalzium, Magnesium und Eisen

    • wärmt den Uterus und ist daher bei Fruchtbarkeitsthemen hilfreich

  • Kürbiskerne

    • Hauptwirkung auf Niere und Blase

    • fördern den Harnfluss und unterstützen daher bei Prostataleiden sowie bei erhöhtem Cholesterin

  • Sonnenblumenkerne

    • haben viel Eiweiß und Vitamin E

    • Hauptwirkung auf Niere und Darm

    • bei Verstopfung und schwachem Kreislauf hilfreich

  • Pinienkerne

    • Hauptwirkung auf Lunge und Leber

    • gut bei Blut- / Eisen-Mangel sowie bei Rheuma und Schwindel

    Damit unser Körper die kleinen Saaten gut aufschließen und von den reichhaltigen Inhaltsstoffen profitieren kann, ist es allerdings nötig, die äußere Struktur der Samen und Kerne zu brechen. Das heißt, ich muss sie in irgendeiner Form verarbeiten – z.B. schroten, rösten, mörsern, in Wasser quellen lassen. Sie werden sonst zu einem großen Prozentsatz unverwertet ausgeschieden.

    Der einzige Nachteil - die Samen verderben in der „aufgeschlossenen“ Form schneller, da die wertvollen Öle freigelegt werden und rascher oxidieren.

Schwarze Bohnen - kleine Kraftpakete für die Niere

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Frostig ist´s - der Winter ist da.

Laut der 5 Elemente-Lehre befinden wir uns im Winter im WASSER-ELEMENT, der Zeit in der wir uns verstärkt um unsere NIEREund unsere BLASE kümmern sollen. 

Der Niere wird in der TCM besondere Bedeutung beigemissen, gilt sie doch als der Speicher unserer Lebensenergie. Sie kontrolliert unsere Fortpflanzung. Den Zustand unserer Zähne, unserer Knochenund des Knochenmarks. Und nicht zuletzt geht das Verdauungsfeuer, die Triebkraft unseres Stoffwechsels, von den Nieren aus.

Wenn man leicht friert und in der kalten Jahreszeit wenig Antrieb hat oder sich sogar oft freudlos fühlt, ist es besonders wichtig, seine Nierenenergiezu pushen und das Nieren Yang (das Nieren-Feuer) anzufachen. 

 Über Nahrungsmittel aus dem Bereich des Wasserelements kann ich meine Niere gezielt stärken. Schwarze oder dunkle Lebensmittel sind in besonderem Maße nierentonisierend, da Schwarz (bzw. Dunkelblau oder Lila) die Farbe des Wasser-Elements ist:

 

Folgende Nahrungsmittel stärken Niere und Blase

o   Fisch und Meeresfrüchte

o   Hülsenfrüchte – allen voran schwarze Bohnen und Beluga-Linsen

o   Nüsse, Samen, Kerne (Leinsamen, Sesam, Chia, Sonnenblumen- oder Kürbis-Kerne)

o   hochwertige Öle und Fette  

Sellerie – eine tolle Knolle!

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Ich habe zuletzt viel über Herbst-Detox und Entschlacken aus Sicht der TCM erzählt. 

Heute stelle ich euch einen potenten Helfer beim Entgiften des Körpers vor – die Sellerieknolle!

Vielfach hat es dieses großartige Gemüse ja nur als Suppen-Zutat in die Küche geschafft, ich finde aber, dass das ihrem wahres Potential nicht gerecht wird.

Sellerie ist nämlich nicht nur reich an Vitaminen und Mineralstoffen, er wird in der TCM vor allem aufgrund seiner ausleitenden und schleimlösenden Wirkung geschätzt. Sein Kalium-Gehalt ist dafür verantwortlich, dass Sellerie entwässernd und harntreibend wirkt. Er stärkt aber auch das Leber Yin und regt die Gallentätigkeit an und wirkt somit Verstopfungstendenzen sehr wirkungsvoll entgegen. Gleichzeitig leitet die kühlende Sellerieknolle Hitze aus und wirkt somit Entzündungen entgegen. Sellerie wird daher auch gerne bei Bluthochdruck und Gastritis eingesetzt.

Indem der Sellerie die Milz tonisiert, wirkt er im Herbst auch sehr positiv auf die Lunge.

Aus westlicher Sicht wird die Sellerieknolle aufgrund ihres Calcium-Gehalts auch als Osteoporose-Prophylaxe empfohlen.

MAGISTER DOSKAR Blog-Interview - Gute Stimmung und Wohlbefinden durch die richtige Ernährung

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Mit der richtigen Ernährung die Stimmung positiv beeinflussen

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischem Medizin (TCM) sind körperliche Probleme und emotionale Probleme untrennbar. Umso wichtiger ist es daher, die Kraft der täglichen Nahrungsaufnahme zu nutzen um die Stimmung und das eigene Wohlbefinden positiv zu beeinflussen.

Nina Mandl im Gespräch über die 5 Elemente Ernährung und die TCM

Ernährungsberaterin Nina Mandl

Das Thema „Gesunde Ernährung“ ist für die gebürtige Oberösterreicherin Nina Mandl seit ihrer frühen Jugend ein Herzensthema. Nach Jahren der Recherche und Selbsterfahrung hat sie 2013 schlussendlich mit der Ausbildung zur diplomierten Ernährungsberaterin nach der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) begonnen und diese 2015 erfolgreich abgeschlossen. Mittlerweile gibt sie TCM Kochkurse, halt Vorträge rund um TCM, und bietet neben individueller Beratung auch Seminare an , welche die 5 Elemente Ernährung mit verschiedenen Bewegungstheraphien kombinieren.

Uns hat Nina Mandl im folgenden Interview nicht nur einen Einblick in das Konzept der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gegeben, sondern auch wertvolle Tipps und Ratschläge, wie man mit der 5 Elemente Ernährung das Gleichgewicht im Körper wieder herstellen kann und inwiefern unsere Ernährung mit schlechter Stimmung und Erschöpftheit zu tun hat.

Redaktion: Worum geht es bei der traditionellen Chinesischen Medizin? (TCM) Frau Mandl: Die TCM ist eine Präventions-Medizin. Das heißt man will Störungen des energetischen Gleichgewichts früh erkennen und behandeln, bevor daraus eine schwerwiegende Krankheit wird.
Es geht in der TCM in erster Linie darum, gesundheitliche Probleme an ihrer Wurzel zu kurieren und nicht nur Symptome zu lindern. Dem liegt ein ganzheitlicher Ansatz zugrunde, der neben körperlichen Reaktionen auch sämtliche mentale Prozesse miteinbezieht.

Redaktion: Wie sind sie zur 5 Elemente Ernährung gekommen?
Frau Mandl: 
Eine langwierige Lungenentzündung und eine generelle Anfälligkeit für bronchiale Infekte haben mich vor vielen Jahren zur TCM und zur 5 Elemente Ernährung gebracht. Ich wollte mich nicht mehr ausschließlich auf Medikamente verlassen, daher war ich auf der Suche nach anderen unterstützenden Möglichkeiten. Außerdem war ich von der effizienten Wirksamkeit der Kräuter und Lebensmittel fasziniert.

Redaktion: Inwiefern hängt die Ernährung mit Erschöpftheit und schlechter Stimmung zusammen?
Frau Mandl: 
Körperliche und emotionale Probleme sind aus TCM-Sicht untrennbar verbunden. Wenn man verspannt ist, hat man recht schnell die Vermutung, dass man zu viel Stress hat. Ein Klassiker, den man halt kennt. Das ist bei Müdigkeit oder schlechter Stimmung nicht immer eindeutig zuzuordnen.

Wenn in unserem Körper Energien stagnieren oder einzelne Organe schwach oder schlecht versorgt werden, wirkt sich das immer auch auf unsere Emotionen aus. Das kann man aber zum Beispiel über die passende Ernährung in den meisten Fällen rasch ändern. Abwechslungsreiche, leicht verdauliche Gerichte, die v.a. für den eigenen Körper stimmig sind, können da schon viel bewirken und die Energie schnell aufleben lassen. Es gibt allerdings in der TCM nicht „das eine und einzige“ Standardrezept. Die Empfehlungen sind vielmehr stark individualisiert und an die Konstitution und die Lebensumstände des Einzelnen angepasst. Um herauszufinden, was gut und richtig für den eigenen Körper ist, kann die TCM-Ernährungsberatung wirklich gute Dienste leisten.
Ein TCM-Klassiker mit dem man nie falsch liegt, ist der Start in den Tag mit einem warmen Frühstück.

Redaktion: Wie kann man mit TCM und der 5 Elemente Ernährung das Gleichgewicht im Körper wieder herstellen?
Frau Mandl: 
Die TCM hat eine sehr tiefgehende Diagnostik. Es wird unter anderem auch eine Zungen- und Pulsanalyse angewandt. Auf diese Weise kann in den meisten Fällen der Ursprung des Problems erkannt und dem entsprechenden Organfunktionskreis (zum Beispiel Leber) zugeordnet werden.

Je nach Art und Ausprägung des Problems kommen dann Akupunktur, Kräutertherapie, Bewegungstherapie (v.a. Yoga oder Qigong) oder eine Ernährungsadaption zur Anwendung. Besonders wirkungsvoll ist natürlich die Kombination mehrerer Teilgebiete der TCM.

Die 5 Elemente Ernährung ist ein so wichtiger Grundpfeiler, da sie täglich und mit etwas Wissen ohne ärztliche Hilfe eingesetzt wird. Lebensmittel, Kräuter und Gewürze werden in der 5 Elemente Ernährung nach ihrer thermischen und energetischen Wirkung und entsprechend ihrer Wirkrichtung eingeteilt.
Reis oder Hülsenfrüchte sind zum Beispiel gut, wenn man Schleim, Hitze oder Giftstoffe ausleiten möchte. Ingwer kann als stark erhitzendes und schweißtreibendes Lebensmittel gute Dienste erweisen, wenn der Verdauungstrakt zu kalt ist, oder wenn zu viel äußere Kälte (durch zu leichte Kleidung oder nasse Füße etc.) in den Körper eingedrungen ist.

Redaktion: Warum ist gerade die Kombination aus der 5 Elemente Ernährung und Yoga so ideal?
Frau Mandl: 
Wie erwähnt, ist die Kombination mehrerer Säulen der TCM – in diesem Fall der Bewegungs- und der Ernährungs-Therapie besonders effizient, da ich mit beiden in die gleiche Richtung arbeite. Ich kann mit der Kombination der passenden Ernährung und abgestimmter Atem- und Bewegungsprogramme ideal die Energieleitbahnen harmonisieren bzw. aktivieren.

Redaktion: Welche Lebensmittel sind ideal um möglichen Stimmungsschwankungen entgegenzuwirken?
Frau Mandl: 
Für einen ausgeglichenen Gemütszustand empfiehlt die TCM die „Stärkung der Mitte“ und „das Entspannen der Leber“, da die Organfunktionskreise von Milz und Leber in erster Linie für die Stimmung zuständig sind. Beides erreicht man primär über eine möglichst ausgeglichene und regelmäßige Ernährung mit leicht verdaulichen Speisen.

  • Reduktion von Milchprodukten, Brotmahlzeiten, kalten und rohen Speisen sowie Fertiggerichten und Junkfood

  • warmes Frühstück (Porridge, Suppe, Eiergerichte etc.)

  • a. für die Leber: viel frische Kräuter und gekochtes, grünes Gemüse

Zudem wirkt sich eine liebevoll zubereitete und optisch ansprechend angerichtete Speise schon alleine über das Auge (nach der Lehre der 5 Elemente ist das Auge der Öffnungspunkt für die Leber) positiv auf die Stimmung aus.

Redaktion: Welche Bücher können sie zum Thema TCM und Stimmungsmanagement empfehlen?
Frau Mandl: 
Ein wunderbarer Einstieg in die Welt der 5 Elemente ist das Buch „Die Heilung der Mitte“ des TCM Arztes Georg Weidinger. Es erklärt auf unkomplizierte, anschauliche Weise, was mit der in der TCM so zentralen „Stärkung der Mitte“ gemeint ist.

Redaktion: Welche Chinesische Weisheit oder Tipp können sie unseren LeserInnen abschließend noch mitgeben?
Frau Mandl: 
Getreu dem Ratschlag des Hippokrates „Lass die Nahrung deine Medizin sein…“ möchte ich alle LeserInnen ermutigen, die Kraft der täglichen Nahrungsaufnahme zu nutzen und zu beginnen, ihr Wohlbefinden selbst positiv zu beeinflussen.


Vielen Dank für dieses äußerst spannende und lehrreiche Interview!

HERBST - die Zeit des METALL-Elements

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Nach der 5 Elemente Lehre entspricht der Herbst dem Metall-Element. Wie jede Jahreszeit, beginnt auch der Herbst im chinesischen Zeitenlauf früher, als in unserem Kalender – nämlich bereits am 16. August. Er dauert bis Ende Oktober und geht dann, nach 18 sogenannten „Dojo-Tagen“ (einer Übergangszeit, die jeweils zwischen den Jahreszeiten liegen und immer dem Erd-Element zugeordnet sind), Mitte November in den Winter (die Zeit des Wasser-Elements) über. 

Die Metall-Zeit ist die Zeit der beginnenden Einkehr und des zur Ruhekommens. Das Metall-Element steht auch für die Abgrenzung zwischen Innen und Außen sowie das Loslassen von Unbedeutendem.

Auf der Ebene der Organe wird dem Metall neben Lunge und Dickdarm unsere Haut zugeschrieben, unsere Hülle, die uns von der Außenwelt trennt und zugleich schützt. Daher ist das Thema Immunabwehr im Herbst auch so entscheidend.

 

Wie ich mit der richtigen Speisenauswahl meine Immunabwehr stärke  

Schritt 1:         Feuchtigkeit des Sommers ausleiten

 Schritt 2:         durch überwiegend warme Speisen und Getränke den Körper sanft aufwärmen und kräftigen 

Schritt 3:         Lunge während der Heizperiode sanft und stetig befeuchten

 

Im Frühherbst ist der ideale Zeitpunkt, um unseren Körper von der Feuchtigkeit des Sommers zu befreien und das Immunsystem für die kommende kalte Jahreszeit zu wappnen. Wir werden in der Folge besprechen, wie ein sanftes Detox-Programm zu Herbstbeginn aussehen kann und was man beachten muss. Es ist jedenfalls sehr hilfreich, vor dem Sinken der Temperaturen die Feuchtigkeit, die sich während des Sommers durch eine vermehrt kühlende und befeuchtende Ernährungsweise (mehr Salat, Rohkost, Obst, Joghurt, Eiscreme und kalte Getränke) angesammelt hat, sanft auszuleiten.

Zusätzlich sind kleine Mengen scharfer Lebensmittel, wie beispielsweise Zwiebel, Lauch, Rettich, Radieschen, Kresse und auch scharfe Gewürze, sehr wichtig, um Lunge und Dickdarm zu stärken. Denn der scharfe Geschmack ist dem Metall zugeordnet.

In der Folge muss die Lunge vor Trockenheit (v.a. bei Beginn der Heizperiode) geschützt werden, um die Schleimhäute intakt zu halten und Infekte abzuwehren.

Das richtige Verhältnis zwischen Trocknen und Befeuchten hängt auch sehr stark vom jeweiligen Konstitutionstyps ab. In der TCM wird dabei sehr individuell auf die unterschiedlichen Bedürfnisse jedes Individuums eingegangen.

Besonders wertvolle Nahrungsmittel in der Metall-Zeit sind zudem Reis, Hafer (-Flocken), Karfiol, Birnen, Walnüsse und Mandeln. Und nicht zu vergessen – regelmäßige Bewegung und VIEL FRISCHE LUFT.

PARADIESISCHE FRUCHT

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Tomaten oder Paradeiser, wie sie auf gut Österreichisch viel klingender genannt werden, wirken kühlend. Sie sind daher ein ideales Sommergemüse. Im Winter sollte man den Genuss von Paradeisern besser einschränken. Wie so oft, gilt der Grundsatz, Paradeiser dann zu essen, wenn sie in unseren Breiten reifen!

Die TCM ordnet sie aufgrund ihres säuerlichen Geschmacks dem Holz-Element zu. Sie wirken auch in erster Linie auf den Funktionskreis der Leber. Zudem wird auch der Magen positiv beeinflusst.

Paradeiser tonisieren die Körpersäfte sowie das Blut und werden daher bei Trockenheits- (Yin-Mangel) und Hitze-Symptomen, wie entzündeten, roten Augen, Nachtblindheit, Unruhe, trockener Verstopfung oder Magen-Yin-Mangel-Erscheinungen, wie Zahnfleischbluten, empfohlen.

Wie alle Nachtschattengewächse, enthält Paradeiser aber auch schädliche Stoffe, das Alkaloid Solanin. Dieses befindet sich aber primär in Stiel und Strunk sowie in unreifen, grünen Früchten..

REIS - DAS TCM Getreide schlechthin

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Reis ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel der 5 Elemente Küche.

Was die Zuordnung zu den Elementen betrifft, gibt es unterschiedliche Ansichten. Vielfach wird Reis dem Erd-Element, und damit den Organen Milz und Magen, zugeordnet. Häufig wird aber auch entsprechend der Sorte unterschieden, welchen Organbezug er in erster Linie hat. Reis wird in der Folge entweder dem Metall-Element, also Lunge und Dickdarm, oder – und das gilt eher für yangigere (also stärker wärmende) Sorten, wie Süßreis, dem Erd-Element zugeordnet.

Generell kann man aber mit Sicherheit sagen, dass Reis sowohl die Mitte (Milz und Magen) stärkt und stützt, als auch Lunge und Darm positiv beeinflusst.

Auch was die Thermik von Reis betrifft, sind die Angaben schwankend und reichen von leicht kühlend über neutral bis sanft erwärmend, was in erster Linie auch wieder aufgrund der vielen unterschiedlichen Sorten erklärbar ist.

Die TCM schätzt Reis so sehr, da er so besonders bekömmlich, harmonisierend und stärkend ist und sich sowohl auf die Lunge als auch auf den Darm und in Folge auf die Haut sehr positiv auswirkt.

Reis hat eine reinigende Wirkung, die sich beim Ausleiten von Schleim besonders positiv zeigt. Er regt außerdem die Diurese an und kann dabei helfen, feuchte Hitze aus dem Magen-Darm-Trakt auszuleiten. Aus diesem Grund eignet sich Reis auch so wunderbar für eine sanfte Detox-Kur.

Fastenzeit - Detox-Zeit

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Im Zusammenhang mit Detox und Entgiftung des Körpers ist auch sehr oft von Algen die Rede. Diese eignen sich aus Sicht der TCM tatsächlich hervorragend, um den Körper beim Entgiften zu unterstützen.

Algen sind besonders reich an wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen, wie Kalzium, Eisen, Kalium und Jod (aufgrund des hohen Jod-Gehalts ist bei Schilddrüsen-Problemen Vorsicht geboten!).

In der TCM werden sie unter anderem sogar als Unterstützung in der Krebsbehandlung eingesetzt, da sie aufgrund ihrer starken auflösenden und ausleitenden Wirkung geeignet sind, um Verhärtungen (Zysten, Myome oder Tumore) aufzulösen.

Algen wirken kühlend und sollen daher - will man diese thermische Wirkung im Körper nicht bewusst haben - mit wärmenden Zutaten kombiniert oder lange gekocht werden.

Auch geschmacklich sind sie für eine facettenreichere Küche besonders interessant, da sie den sogenannten 5. Geschmack „Umami“ erzeugen, der vielen Gerichten eine besondere Intensität und Rundheit verleiht.

In der Küche gebräuchlich sind vor allem Kombu und Wakame Algen. Ich koche sie gerne in Suppen, Eintöpfen oder Congées mit.

In guter Qualität erhält man diese Sorten in gut sortierten Bioläden und Drogeriemärkten.

Entgiften - Entschlacken - Abnehmen ... was sagt die TCM dazu?

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Diäten stehen zu dieser Jahreszeit wieder hoch im Kurs. Aus TCM-Sicht ist aber Vorsicht geboten, da das Ergebnis der meisten Diäten eine langfristige Schwächung des Stoffwechsels nach sich zieht.

Jede Art von Energieentzug (und fast alle Diäten basieren darauf) führt nämlich dazu, dass der Körper auf Sparprogramm schaltet und bunkert, was er hat. Will man nachhaltig sein Idealgewicht erreichen und halten, muss man aber Energie zuführen, damit der Stoffwechsel angekurbelt wird und der Körper ordentlich verbrennen kann.

Wichtig ist aber, dass man darauf achtet, die richte Art von Energie für seinen Körper zu finden und seine Speisen so zusammenzustellen, dass sie vom Körper gut verwertet werden können. Denn nur was der Körper aufnehmen kann, kann unser Zellen auch gut nähren und uns sättigen.

Was der Körper gut verwerten und somit aufnehmen kann, ist von der jeweiligen Grundkonstitution und vom entsprechenden Stoffwechseltyp abhängig. Die Ernährungsphilosophie nach den Grundsätzen der TCM, die sogenannte 5 Elemente Ernährung, bietet hier mit ihrer sensiblen Diagnostik und ihren ganzheitlichen, maßgeschneiderten Ansätzen eine ideale Alternative zu westlichen Crash-Diäten.

Oft erreicht man schon mit relativ kleinen Adaptionen und einem verkraftbaren Maß an Verzicht verblüffende Erfolge.